Was ist PREPPING? Alles was es zum Überleben zu wissen gibt

Die nächste Pandemie, der nächste Krieg, die ersten großen Buschfeuer/Waldbrände in Deutschland? Die Nachrichten sind voll von schlechten Neuigkeiten und wenn wir ehrlich sind, ist so schnell kein Ende absehbar. Ist es wirklich so schlimm wie es sich anhört? Ich behaupte Nein, dennoch kann es nicht schaden etwas vorbereitet zu sein, also Zeit für Prepping.

Ich selbst wohne in der Nähe von Cattenom, dem französischen Atomkraftwerk, und sollte etwas schreckliches passieren (Daumen drücken, dass das nicht vorkommt), bleibt mir ca. eine halbe Stunde um alles was mir lieb und teuer ist im Keller zu verstecken. Ob ich dann wirklich noch Zeit habe schnell Spaghetti Bolognese für die nächsten zwei Wochen vorzukochen ist fragwürdig. Es kann also nicht schaden sich zumindest halbwegs auf ein Worst-Case-Szenario vorzubereiten, bzw. zu Preppen.

Was ist Prepping?

Das Wort Prepping kommt vom englischen Begriff „to prepare“ also vorbereitet sein. Prepping ist ein Oberbegriff für das aktive vorbereiten auf Worst-Case-Szenarien, wie z. B. eine Pandemie, und das Zurückgreifen auf Überlebenstechniken wie z. B. das Horten von Lebensmittel.

Da das Wort „Horten“ seit kurzem etwas negativ vorbelastet ist, lass mich kurz erläutern, dass wir hier von humanen Mengen reden, die nicht auf einmal gekauft werden sollten. (Kauft in handelsüblichen Mengen ein!)

Jemand der diesen Lebensstil aktiv verfolgt nennt man einen Prepper.

Was ist ein Prepper?

Bereitet man sich auf Worst-Case-Szenarien vor (Krieg, Pandemie, Weltuntergang) bezeichnet man sich als Prepper, also jemand der sich prepared (vorbereitet).

Vereinfacht ausgedrückt, ist ein Prepper jemand, der auf ein Überleben ohne eine komplexe Infrastruktur, wie sie in der modernen Gesellschaft existiert, vorbereitet ist.

Prepper Lebensmittel Vorratslager
Prepper Vorratslager Von NICHOLAS KAMM/AFP via Getty Images

Der Begriff „Prepping“ bezieht sich oft auf die Vorbereitung auf das Leben während und nach einem apokalyptischen Ereignis, kann aber auch sehr viel leichter ausfallen. Diese Vorbereitungen können vom einfachen Aufstocken von Lebensmitteln, bis zum eigenen Bunkerbau reichen.

Prepper lassen sich in drei Unterkategorien aufteilen:

1. Grundlegende Bereitschaft

Da man viel über Plünderungen von Lebensmittelgeschäften in den Anfängen der Corona-Pandemie gehört hat, bereiten sich viele Deutsche weit im Voraus auf die üblichen Probleme in ihrer Region vor. Sie sorgen dafür, dass sie die Lebensmittel, das Wasser, die Erste-Hilfe-Materialien und andere notwendige Dinge haben, die sie brauchen würden, wenn sie für mehrere Tage oder Wochen keinen Zugang zu einem Lebensmittelgeschäft haben.

Auch die Jahundertflut im Ahrtal 2021, war eines dieser Ereignisse, nach dem viele sich für die Zukunft besser wappnen möchten.

Dazu können eine gut gefüllte Vorratskammer und eine Kiste mit Wasser in Flaschen sowie Kerzen oder batteriebetriebende Lampen. Die grundlegendste Stufe der Vorbereitung umfasst die Dinge, die man zum Campen oder für eine Reise ins Freie mitnehmen würden.

Diese Stufe der Vorbereitung wird von den meisten Regierungen, auch in Industrieländern, empfohlen. Wir sind uns als Gesellschaft darüber im Klaren, dass unsere Infrastruktur ausfallen kann oder dass wir durch unvorhergesehene Umstände für kurze Zeit in unseren Häusern eingeschlossen sein können. Dies wird von den meisten Experten und Organisationen nicht bestritten.

In Deutschland gibt es, laut Luy in einem Interview mit Deutschlandfunk, schätzungsweise aktuell 200.000 Menschen, die sich der Prepper-Szene zugehörig fühlen.

2. Vorbereitung auf eine monatslange Katastrophe

Einige Menschen, bereiten sich auf längere Schlechtwetterperioden oder Infrastrukturausfälle vor. Schließlich hat unteranderem die Ahrtalflut in Ahrweiler dazu geführt, dass Menschen länger als nur ein paar Tage keinen Zugang zu den Annehmlichkeiten der einfachsten Art hatten.

In dieser Stufe der Vorbereitung gehen die Menschen bewusster mit ihrem Prepping vor. Man wägt aktiv ab, wie lange man möglicherweise ohne Versorgung sein könnte, und deckt sich entsprechend ein. Neben haltbaren Lebensmitteln und Wasser in Flaschen werden auch Vitamine, Treibstoff und andere Vorräte, die für ein komfortables Leben notwendig sind, aufbewahrt.

Ab dieser Stufe gelten Menschen i.d.R. als „Prepper“, im Gegensatz zu normalen Deutschen, die sich mit einer gut gefüllten Speisekammer zufriedengeben. Der Besitz einer oder mehrerer der folgenden Gegenstände ist ein Erkennungsmerkmal dieser Menschen:

  • Ein Generator
  • Verteidigungswaffen gegen die Wildnis oder Plünderer
  • Ein umfangreicher Vorrat an Lebensmitteln und Wasser, der ständig erneuert wird, damit er immer frisch ist
  • „Notfalltaschen“ mit dem Nötigsten, die leicht transportiert werden können, falls man sein Haus schnell verlassen muss
  • Kommunikationsgeräte, mit denen man auch ohne Handy-Netz oder Internetzugang mit anderen in Kontakt treten kann
  • Literatur und Mitgliedschaften in Foren, die sich mit der Vorbereitung auf den Ernstfall beschäftigen

Die erste Regel des Preppens, erzähle niemanden, dass du ein Prepper bist. Wenn dich alle nach Zeug fragen hast du deine Klappe nicht gehalten…!!!

u/deal-hunter auf Reddit.com

3. Vorbereitung auf eine Langzeit-Katastrophe

Diese Stufe ähnelt Level 2, mit dem Unterschied, dass diese Prepper für einen viel längeren Zeitraum von mehreren Monaten oder sogar Jahren planen. Daher verfügen sie oft über eine geradezu beeindruckende Ausrüstung und Vorräte, die viel geistigen und physischen Raum beanspruchen können.

Während die zwei vorangegangenen Stufen verschiedene Schritte unternommen haben, um sich auf den Mangel an Infrastruktur vorzubereiten, zielt diese Stufe darauf ab, täglich ohne die moderne Wirtschaft/Infrastruktur und das Transportsystem zu leben. Diese Menschen leben oft in ländlichen Gebieten und produzieren einen Großteil (wenn nicht alle) ihrer Lebensmittel selbst. Sie verfügen über funktionierende Brunnen, Stromquellen, die nicht Teil des Elektrizitätswerks sind, und andere Mittel zur Selbstversorgung. Das Ziel dieser Gruppe ist es, dass eine größere Katastrophe keinerlei Veränderung in ihrer Lebensweise bewirkt und sie auf unbestimmte Zeit ohne das System leben können.

prepper installiert solaranlage
Prepper installiert Solaranlage auf dem Dach

Inzwischen gibt es viele hunderte Prepper die ihre Erfahrung im Netz teilen, gerade im amerikanischen Raum finden sich viele Blogs und Pinterest Nutzer die Anleitungen, Tipps und Tricks zum Prepping teilen.

Was empfiehlt die Bundeswehr zur Vorbereitung?

Auch der deutsche Staat hat eine ausführliche Liste erstellt, was ein Haushalt zu Hause haben sollte um im Falle einer kleineren Krise vorbereitet zu sein: Den Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen

prepping checkliste bundeswehr bundesamt für katastrophenschutz

Dieser umfasst unteranderem die nötigen Lebensmittel die ein Mensch zum Überleben von 10 Tagen braucht:

  • Getränke 2 Liter pro Tag und Person
  • Lebensmittel
    • Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis
    • Gemüse, Hülsenfrüchte
    • Obst, Nüsse
    • Milch
    • Fisch, Fleisch, Eier
    • Fette und Öle
    • Sonstiges nach Belieben (Zucker, Honig, Marmelade, Schokolade, …)

Außerdem gibt es eine Checkliste zum Abhaken für nötige Mitbringsel wie eine Hausapotheke, Hygieneartikel, Brandschutz, Kerzen und Kommunikationsgeräte. Außerdem dürfen auch private Dokumente und persönliche Medikamente nicht vergessen werden. Die Checkliste gibt es hier zum ausdrucken.

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